Archiv für Inge Schlüter

Mut!

Unsere diesjährige „Lange-Frauen-Radio-Nacht“ stand unter dem Motto MUT. Ich habe dazu verschiedene Stimmen eingefangen, um zu erfahren, wer, wieso und warum mutig war. Entstanden ist ein vielfältiges und ebenso beeindruckendes Potpourri.

Was verbirgt sich hinter „workaway“?

Dies ist mein Beitrag zur XXradio-Maisendung 2019. Stefanie, Lena und Elke erzählen mir ihre Erfahrungen und Gedanken zu workaway. Ich glaube, ich möchte das auch mal machen…

Wäscheleinenblues

Zugegeben – diese Kolumne ist nicht aktuell, aber ich habe sie noch nicht mit „meinem“ Intro vertont. Tatsächlich habe ich sie geschrieben, als die Wäscheleine noch mit den Kleidungsstücken meiner Töchter bestückt war. Auch das ist inzwischen Vergangenheit…

Ich will nicht jammern

In diesem Frühjahr wurde ich nicht von den vielen umläufigen Erkältungsviren ausgesparrt. Was liegt näher, als auf diesem lästigen Umstand auch meine Kolumne fürs Radio aufzubauen?

Moin Moin, hallo und guten Tag

Schön, dass du jetzt hier bist!

Derzeit hat für mich das Buchprojekt über Zwillinge (ich meine nicht das Sternzeichen!) Priorität. Das erzählende Sachbuch wird neben meinen eigenen zusätzlich mit vielen anderen Erfahrungsberichten gefüllt sein, wozu ich gerne weitere Probanden ermutigen möchte, ihre Geschichte zu erzählen:
– Wie ist es für dich, ein Zwilling zu sein?
– Was ist deine Erfahrung mit einem Zwilling als (Ehe-)Partner?
– Hast du Zwillinge als Geschwister und möchtest über deine ganz eigenen Erfahrungen berichten?

Ich freue mich, wenn es zu einem Kontakt kommt…und dann schauen wir weiter!

Hier hörst du dazu meinen Radio-Aufruf:

Manchmal ist der Gedanke an ein persönliches Gespräch für meine Probanden zu gewaltig. Für diesen Fall biete ich meinen Fragebogen für alle an, die sich mit dieser Thematik lieber allein auseinandersetzen möchten. Einfach in Ruhe ausfüllen und an mich zurücksenden. Danke für eure Unterstützung.

HIER ist der Fragebogen für einen Zwilling.

HIER ist der Fragebogen für Eltern von Zwillingen.

HIER ist der Fragebogen für Geschwister von Zwillingen.

Weitere Fragebögen entstehen gerade.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Stöbern, beim Lesen und beim Hören.

Navi: Wohlsortiert – wie es sich für eine Jungfrau-Geborene gehört 😉 – findest du alles im Sammelsurium.

Deine Inge Schlüter

Meine aktuelle Kolumne

Ich will nicht jammern

Wenn mir der frisch aufgebrühte Kaffee, wozu ich den alten weißen Keramikfilter meiner längst verstorbenen Oma nutze, nicht schmeckt, dann weiß ich: Ich bin krank!

Ich will nicht jammern, aber

… meine satte Frühjahrs-Erkältung war bereits völlig abgeklungen und am Alltag nahm ich längst wieder rege teil. Aber schon nach wenigen Wochen kam alles wieder – als hätte ich ein Abo abgeschlossen: Halskratzen, Kopfschmerzen, Nase dicht und Hustenanfälle bis zum Würgereiz.

Also richte ich erneut mein Krankenlager am Sofa ein. Alle für mich wichtigen Dinge gut erreichbar um mich herum drapiert und trotzdem den freien Blick zum Fernseher erhalten. Das gleicht je nach Tischgröße, die einem am Sofa zur Verfügung steht, einer logistischen Herausforderung. Aber: Ich bin inzwischen in Übung und habe auch diesmal alles auf ein praktisches Handling hin sinnvoll ausklamüstert:

Die Fernbedienungen und die DVD-Staffeln von „Unsere kleine Farm“ liegen links auf dem Tisch. Ein Buch, das würde für mich sprechen und sich auch in gewisser Weise gebildet anhören, aber in Wahrheit ist mir das Lesen mit Erkältungssymptomen viel zu anstrengend. Die Wasserflasche, ein Glas und meinen Tee ganz rechts. Vielleicht sollte ich meinen Tee anstatt mit Honig mit Rum trinken? Nicht, dass mich das gesünder machen würde. Aber die Erkältung würde mir vielleicht mehr Spaß machen? Zumindest nach dem vierten Tee.

Ich will nicht jammern.

Die Nasentropfen, die Halsschmerztabletten, die Taschentücher, die Nüsse für den kleinen Hunger und das Telefon verteilen sich zwischen DVDs und Getränke. Ebenso wie die Schüssel mit dem Wasser mit Zwecktemperatur: heißes Wasser mit einem Tropfen Eukalyptusöl fürs Inhalieren – kaltes Wasser bei Fieber. Fehlen darf auch die Heilcreme nicht, die die vom ständigen Naseausschnauben geschundene Haut wieder regenerieren soll. Zudem muss eine kleine Fläche auf dem Tisch frei bleiben. Diese füllt sich mit der Zeit ganz von allein durch benutzte Taschentücher. Aber wie gesagt: Ich will nicht jammern.

So erreiche ich, dass ich kaum mehr für irgendetwas aufstehen muss. Das ist gut so, denn liegend genese ich am besten. Das weiß ich noch vom letzten Mal. Noch schlimmer als aufstehen zu müssen während der Erkältung ist es, sich bücken zu müssen. Dann schießt ein pulsierender Schmerz in die Stirn, der sich gewaschen hat. Jeder sollte sich vor dem nächsten Bücken eine Liste machen, auf der alles steht, was man in dieser Haltung erledigen kann, nur damit man sich kein zweites Mal bücken muss. Ich weiß inzwischen, wovon ich rede.

Aber ich will ja nicht jammern.

Das Großhirn allerdings will von meinem Ruhelager nichts wissen: „Der Kopf ist doch auf dem Hals, also kannst du auch zur Arbeit und musst nicht mit „Unsere kleine Farm“ deine Seele streicheln!“

Großhirn, du kannst mich mal kreuzweise. Ich will weder im Himmel einen Platz neben meinem Chef, noch einen Orden oder ein Pokal verliehen bekommen für ein tapferes „Krank-zur-Arbeit-schleppen“. Auch möchte ich meine Kollegen ungern anstecken und schon gar nicht muss ich einem geschätzten Menschen, mit dem ich noch mein ganzes Leben lang vereint sein werde, etwas beweisen: nämlich mir selbst!

Wieviel Witz ist witzig?

Der diesjährige Karneval hat mich zu diesem „Experiment“ inspiriert. Hört selbst …

„Abgeschminkt“ mit Ilka Bessin über Cindy aus Marzahn sprechen!

Kurz vor der März-Sendung 2019 von XXradio hatte ich die Gelegenheit, mit Ilka Bessin über ihr Buch „Abgeschminkt“ zu sprechen. Dieses Interview kombinierte ich mit meiner Buchbesprechung und dabei rausgekommen ist dieser Beitrag …

Alles ist mega

Alles ist mega

Wenn ich einen Anlass suche, um mich mal wieder über etwas zu erhitzen oder so richtig die Beherrschung zu verlieren, bildungssprachlich ausgedrückt mich also echauffieren möchte, dann schalte ich den Fernseher an.

Ich muss nicht lange zappen, bis eine Sendung mich mit meinen Anspruch in Sachen Kommunikation konfrontiert. Nicht selten, insbesondere in von Werbung unterbrochenen Formaten, in denen es um Bewertung oder Meinung geht – egal wovon, egal wozu – scheint die sprachliche Verständigung sich auf das Wort mega zu reduzieren. Alles ist mega! Kleiner Bildungsauftrag am Rande: Die griechische Vorsilbe mega, von der hier die Rede ist, kann mit dem deutschen Wort groß übersetzt werden. Mega wird zum einen zur Überhöhung anderer Adjektive genutzt, zum Beispiel ist etwas nicht lustig sondern megalustig. Ist es ein Phänomen unserer Zeit, weil wir scheinbar in so vielen Bereichen des Lebens im Überfluss heranwachsen und uns deshalb solch überflüssiger Wörter bedienen? Sind wir bereits immun gegen alles, was sich im Bereich des vermeintlich Normalen abspielt? Müssen wir inzwischen um jeden Preis die Steigerung anwenden, um uns selbst noch zu spüren?

Zum anderen wird mega aber auch als Synonym für andere durchaus schöne Eigenschaftswörter eingesetzt. Zum Beispiel ist eine Liebeserklärung kaum mehr märchenhaft, umwerfend, herzerwärmend oder wunderbar, sie ist mega! Oder für die Schönheit der Natur werden in besagten Fernsehformaten nicht Beschreibungen wie atemberaubend oder hinreißend genutzt, nein, auch sie ist mega. Mega als allumfassendes Ersatzwort, als sprachlich stellvertretende Universalwaffe.

Wenn man ein bisschen wortverliebt ist, so wie ich, dann wird mega als sehr aussageschwach und nichtssagend empfunden. Es ist weder präzise noch klar. Es ist nicht greifbar und kein bisschen sinnlich. Es schaut nicht hin und hört nicht zu. Es soll einer Sache über Gebühr Beachtung schenken und wird ihr gleichzeitig doch nie gerecht.

Deswegen für alle bis hierhin Ausdrucksdezimierten: Entdeckt bitte wieder die Freude am Umgang mit all den im deutschen Sprachgebrauch zur Verfügung stehenden wundervollen Eigenschaftswörtern. Das wäre mega!

Schokoladenschmelze

Schokoladenschmelze

Es ist Januar. Überlebt! Dieses Mal war es besonders schlimm. Ich schien die letzten Wochen keine Abwehrkräfte zu haben. Ich meine nicht die Kräfte, die etwaige Erkältungsviren abwehren. Die Rede ist von meinen nicht vorhandenen Abwehrkräften gegenüber alles, was Schokolade war, nach Schokolade roch oder einfach nur nach Schokolade aussah.

Begonnen hat das Dilemma bereits Anfang Dezember. Mit einem stimmungsvollen Weihnachtskalender habe ich mich angefüttert. Jeden Tag ein kleines, zartes Stück Schokolade. Welch Genuss, wenn man mit der Zunge das wohlgeformte Stück bedächtig in alle Ecken und Kanten der Mundhöhle einmassiert und schlussendlich nach einer kurzen weiteren Verzögerung, weil es sich so wunderbar anfühlt, eine warme, zart-weiche Schokomasse hinunterschluckt. Ach…

Das ging einige Tage so. Bis Nikolaus. Der alljährlich gedachte Todestag des selbstlosen, heiligen Nikolaus erwies sich als weitere Attacke gegen meine Standhaftigkeit. Nun gab es nicht mehr nur ein Stück am Tag. Aber ich scheine ein anpassungsfähiges Weib zu sein, und so machte mir der gesteigerte Schokoladenverzehr vorerst nichts aus.

Zugegeben, meine Bewegungsfreude ließ parallel dazu etwas nach, was ich ignorierte und auf Zeitmangel zurückführte, denn ich musste ja die ganze Schokolade essen, die mir geschenkt wurde! Diesbezüglich bin ich von der Kriegs- und Nachkriegsgeneration geprägt wurden. Das bedeutet: Nichts umkommen lassen!

Mit Riesenschritten näherte ich mich dem Weihnachtsfest, dem Zenit des Schokoladenkonsums. Ich saß in der Patsche, denn längst hatte ich körperliche Warnzeichen einfach überessen und selbst Pralinen, die ich nicht mochte, wurden mit „Mhmm lecker“ begrüßt und verspeist. Meine Geschmacksnerven schienen überlastet und willenlos.

Ende Dezember: Kapitulation in Vollendung. Wenn ich das nächste Jahr erleben wollte, brauchte ich eine Schokoladenschmelze, und zwar zackig! Die Schokolade, die noch verschlossen in meiner Wohnung zu finden war und auch die Schokolade, die sich bereits in umgewandelter Form an meiner Taille – beziehungsweise das, was davon übrig war – festhielt, mussten weg.

Ich möchte den schwierigen Prozess der Schokoladenschmelze hier nicht konkreter thematisieren. Als Folge dieser anstrengenden Strapaze aber kann ich dankbar verkünden: Es ist Januar. Ich habe überlebt!