Schneekönigliche Freude

Schneekönigliche Freude

Wir nähern uns mit Riesenschritten dem Weihnachtsfest. Das verrät nicht nur der Kalender, auch die Laufenden Lebkuchenmeter diverser Lebensmittelgeschäfte lassen darauf schließen. Über die ersten Printen und die herzerwärmende Aussicht auf eine meiner liebsten Familienzusammenkünfte, das Weihnachtsfest, freue ich mich wieder einmal wie Bolle. Im Hinblick auf die aktuelle Jahreszeit bietet es sich jedoch an, sich wie ein Schneekönig zu freuen! Korrekt gegendert müsste es bei mir lauten: wie eine Schneekönigin. Heute aber liegt mein Augenmerk nicht auf politischer Korrektheit.

Während ich mich nämlich so schenkelklopfend freue, frage ich mich: Wer oder was ist der Schneekönig, und wie freut sich überhaupt so eine Frost-Hoheit? Ist damit Harald V. aus Norwegen gemeint? Er ist König, und Schnee liegt auf der skandinavischen Halbinsel auch. Und wenn er sich freut, freut er sich tatsächlich majestätischer oder etwa unterkühlter als andere? Bevor die vielen Fragen beginnen, mich vom Freuen abzuhalten, gehe ich der Sache auf den Grund.

Sich freuen wie ein Schneekönig hat mit meinen erhabenen, königlichen Gedanken nicht das Geringste zu tun. Ich werde vor lauter Freude also nicht zur Königin gekrönt. Schade eigentlich – ich war bereit! Vielmehr handelt es sich bei dieser lustvollen Redewendung um einen Tiervergleich. Der Schneekönig ist unser kleinster hiesiger Singvogel, den meisten als Zaunkönig bekannt. Den Beinamen Schneekönig bekam er, weil er uns Menschen selbst im frostigen Winter nicht den Rücken kehrt, um sich einen Liegestuhl am Pool irgendwo im lauen Marokko zu sichern. Bei genauer Beobachtung sieht es so aus, als säße sein Unterschnabel beim kräftigen Trällern etwas zu locker, aber irgendwas ist ja immer! Trotz Schnees und Kälte rockt er, was das Zeug hält, und zwitschert uns munter seine Arien vor. Es scheint, als hätte er die größte Freude daran! Auch wenn mein Unterkiefer fester sitzt als seiner: Die Tatsache, dass ich mich über die Winterzeit freuen kann wie ein Schneekönig, habe ich offensichtlich ihm zu verdanken.