In unserer XXradio-Sendung über das Buch „Mein Nach-Hause-Gehen“

 

 

Die Oktober-Sendung 2017 nutzten wir, um eine kleine Leseprobe meines neuen Buches zum Besten zu geben. Außerdem hat mir Chrissi ein wenig auf den Zahn gefühlt zu dem Projekt: wieso – weshalb – warum?

Alles zu seiner Zeit

Jedes Jahr aufs Neue irritieren mich die ersten Lebkuchen und weihnachtlichen Dekoartikeln in den Geschäften, weil sich meine Zehen immer noch spätsommerlich vergnügt an den Flip-Flops festhalten. Ich finde: Alles zu seiner Zeit!

Vielseitiger Herbst

Vielseitiger Herbst

Ich bin drin! In der schönen Jahreszeit Herbst, die mich mit farbgewaltigen Sonnenauf- und untergängen beschenkt, wie es keine andere Jahreszeit vermag. Das Klima sorgt für eine Tatkraft unterstützende „Betriebstemperatur“ und ein angenehmes Körpergefühl – weder Frostbeulen noch Hitzepickel!

Es gibt somit viele Gründe, diese Phase im Jahr mit allen Sinnen zu genießen. Aber es gibt auch Gründe, die eben erwähnten Genuss einschränken können. Um es auf den Punkt zu bringen: acht Gründe! Acht eher dünne, unterschiedlich lange und verschiedenfarbige Gründe, die in der Lage sind, dem Herbst eine unangenehme Seite anzudichten.

Jedes Jahr aufs Neue bin ich hin und hergerissen zwischen Faszination und Ekel vor Spinnen. Da hilft es leider auch nichts, dass die stets bemühten Naturschutzverbände alljährlich mit Engelszungen über die Nützlichkeit und Gefahrlosigkeit der hier lebenden Spinnentiere referiert. Mir kommt es so vor, als sei der Ekel vor gewissen Spinnen ein Bestandteil meiner DNS. Es ist mir ein Rätsel, wie Vogelspinnen, zum Beispiel in Kambodscha, ein frittierter Gaumenschmaus sein können oder warum sie in Teilen Westafrikas als Gottheit verehrt werden.

Aber immer morgens, wenn die Sonne aufgeht und der Tau sich an den Spinnennetzen festhält, dann überwiegt die Faszination. Es grenzt an ein Schauspiel, wenn eine Kreuzspinne ihr Netz baut, und ich schaue gern dabei zu – pure Begeisterung über das Bild, das mir die Natur bietet, Staunen über das Können der kleinen Krabbeltiere und stete Dankbarkeit, dass sie ihr Zuhause außerhalb meiner „vier Wände“ errichten.

Wenn sie letzteres nicht täten, wären sie einer akuten Lebensgefahr ausgesetzt. Leider – und ich bedaure das wirklich – ist es mir bisher nicht möglich, Spinnentiere, die größer als 1-Euro-Stück sind, im lebendigen Zustand aus meinem Haus zu tragen. Dort verteidige ich mit spürbaren Selbsterhaltungstrieb und mit Staubsauger bewaffnet mein Areal. Und genau das sorgt in dieser schönen Jahreszeit bei dem einen oder anderen Spinnentier für ein jähes Ende. Bei mir sorgt es für Gewissensbisse, Schuldgefühle und meiner alljährlichen Frage, ob ich diesem Ekel nicht anders beikommen könnte. Denn wie schön wäre der Herbst, wenn auch meine acht Genuss einschränkenden Gründe an Bedeutung verlören?

Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Der Sommer hat – wie auch der Herbst, der Frühling und der Winter – mehrere Seiten. Über eine ganz bestimmte Seite habe ich mir in dieser Kolumne Gedanken gemacht…

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Wir haben Sommer. Hochsommer! Die Jahreszeit, die müde Lebensgeister munter macht und die mit ihren vielen Sonnenstunden mancher Seele lichtdurchflutend neue Energie schenkt. Herrlich!

Sommer assoziieren wir fast immer mit Sonne und Strand, auch wenn tageweise eher Matsch und Mückenstiche realistisch erscheinen.

Aber aus Matsch und Mückenstichen kann das derzeitige Schönheitsideal keinen Profit schlagen. Dieses lässt Sommer nicht nur „eitel Sonnenschein“ sein, sondern kann zugleich für den Beginn einer alljährlichen Odyssee der Frau sorgen.

Frau braucht für den Strand einen passenden Bikini und sie benötigt erst recht die dazugehörige Figur!

Sie braucht sie nicht immer, aber im Sommer ganz bestimmt. Zumindest wenn man, also Frau, der Werbung Glauben schenkt: Überschüssige Hautlappen und Cellulite gehen gar nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Frau bereits Ü 40 ist oder zwei Kindern auf natürliche Weise das Leben geschenkt hat. Laut Sommer-Werbung ist in Kombination mit einem Bikini auch die Bikinifigur ein „Must-have“ und für jederfrau erreichbar. Sie muss es nur wollen und – zugegeben – ein wenig in ihr fett- und faltenfreies Leben investieren: Zum Beispiel in ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, mit welchem die Urlaubsfotos faltenfrei werden. Oder in Cremes mit sogenanntem Aufpolsterungseffekt. Bin ich denn ein Sofa, oder was?

Ich weigere mich, so zu tun, als wären eben erwähnte Körperveränderungen Fehler der Natur. Auch braucht die Werbung nicht den Eindruck erwecken, als handele es sich um Gendefekte, welche frau einfach wegzucremen hat.

Lasst mich in Frieden mit all dem Gedöns. „Schwabbelbauch“ und Cellulite sind keine Makel, sondern biologisch erklärbare, natürliche Veränderungen, die Frau ab einem gewissen Alter ausmachen.

Ich plädiere für folgende Philosophie: Der Sommer benötigt nicht Bauch-Beine-Po, sondern Friede-Freude-Lebenslust und dann wird frau diese Jahreszeit mit Freunden und Familie genießen – mit allen Sinnen, allen Fettpölsterchen und allen Falten!

Die Kraft der Mapapus

 

In der Juni-Sendung 2017 durfte ich für XXradio Hendrik Lind interviewen. Er und seine Frau bringen sogenannte Mapapus auf die Welt. Eine herzerwärmende Geschichte verbirgt sich dahinter. Anders als manch einer denkt, sind Mapapus keine wildlebenden Tiere, sondern…hört einfach mal rein!

Bei mir piept’s wohl

Geht es nur *PIEP* mir so? Inzwischen ist die *PIEP* Fahrt in neuen Autos für mich nicht *PIEP* unbedingt ein Genuss. Das liegt am nervigen *PIEP*….

 

 

Felix Altmann – Von Mann zu Mann

 

In der Mai-Sendung von XXradio hatte sich – DANKE – Felix Altmann Zeit genommen, um mit mir über sich und sein Buch zu sprechen. In „Felix – Von Mann zu Mann“ erfahren die Leserinnen und Leser, wie aus Miriam nach langen Jahren endlich Felix wurde! Ein anrührendes, ehrliches Buch!

www.felixaltmann.de

Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl

Seit Wochen schon begegnen mir in den Medien Werbespots, die die Sozialwahl 2017 ankündigen und mich zu ermuntern versuchen, mein Wahlrecht wahrzunehmen und mit abzustimmen.

Und nun ist es soweit: Mit der Post erreichen mich zwei Umschläge mit der in den Werbespots angekündigten Zettelwirtschaft. Wieso zwei? Davon war im Werbespot nicht die Rede. Oder habe ich ihn in Ermangelung echten Interesses nicht aufmerksam genug verfolgt? Wie auch immer – die Inhalte der Umschläge strengen mich an. Es überlastet, überfordert und nervt mich, dass ich neben meinen kleinen und größeren privaten Baustellen nun auch noch den Verwaltungsrat meiner Krankenkasse und die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung wichtig finden soll. Was verbirgt sich überhaupt dahinter? Können die das nicht alleine? Muss das eine alleinerziehende Mutti vom Dorf regeln? Wenn einer vom Verwaltungsrat in der Zeit meinen Rasen mähen würde, kümmerte ich mich gern um das Ankreuzen und Zurückschicken der Umschläge!

Ich ahne, dass mir mindestens drei Möglichkeiten zur Verfügung stehen, mich dieser Herausforderung zu stellen.

Erstens: Ich reiche für morgen einen Tag Urlaub ein, damit ich mich in die Materie einlesen kann. Nur so könnte ich verantwortungsbewusst, mit bestem Wissen und Gewissen und mit vollem gesellschaftlichem Engagement meine Stimme abgeben!

Zweitens: Ich nehme mir eine halbe Stunde Zeit, klicke im Internet die sogenannten Listen durch, akzeptiere mein Nicht-Wissen, entscheide mich schnurstracks für die oder den Kandidaten mit dem nettesten Lächeln, der besten Aussprache oder der flottesten Frisur. Das haben sie davon, wenn sie mich in meinem ausgefüllten Alltag stören. Gleichzeitig aber hätte ich mich diesem demokratischen Instrument nicht entzogen und gäbe mich dem wunderbaren Gefühl der Mitbestimmung hin.

Oder Drittens: Alles in den Papierkorb werfen und abwarten, was passiert – in der Vermutung, dass nichts Weltbewegendes passieren würde! Letzteres scheint mir gut gegen Überanstrengung und ich bekäme sogar noch meinen Rasen gemäht!

Es gibt kein Übel, das nicht auch Gutes bringt

Es gibt kein Übel, das nicht auch Gutes bringt

…oder um das aus Spanien stammende Sprichwort salopp auszudrücken „Alles Schlechte hat auch sein Gutes“.

Genau dieses Sprichwort war es, welches mich am zurückliegenden Wochenende das Abstimmungsergebnis der Türkei ertragen ließ. Eine knappe Mehrheit hat sich für das Präsidialsystem ausgesprochen. Dieses System wäre in der Lage, dem türkischen Staatschef Erdogan, wenn er denn im Jahr 2019 einen Wahlsieg erreichte, noch mehr an Macht und Möglichkeiten zu verleihen.

Mein erster Gedanke: „Oh nein, das kann nicht sein!“. Nach einem Gedankenpotpourri aus zweifelhaften Festnahmen, einem Frauenbild, welches sich im vermeintlichen Namen des Islam „zurückentwickelt“ und anderem egomanen Verhalten, half bei mir am Abend nur „Das Traumschiff“ auf dem Zweiten. Eine Verzweiflungstat, die mich und mein Bedarf nach Harmonie und Frieden in solch fragwürdigen Momenten wieder in Balance bringen konnte.

Am nächsten Tag bereits versuchte ich, mich des oben genannten Sprichworts zu entsinnen. Was könnte aus dieser meines Erachtens negativen Entwicklung in der Türkei Gutes für mich herausspringen?

Es gibt tatsächlich etwas: Die Tatsache, dass auch sehr viele Menschen gegen das System gestimmt haben, könnte eine weitere Bevölkerungswanderung auslösen. Einige werden ihre Zukunft nicht in einem von Erdogan geführten Land sehen und sich auf den Weg machen. Sie werden ein Land anstreben, welches von einer Frau regiert wird, die offensichtlich die Kernaussage des Märchens „Frau Holle“ verinnerlicht hat: „Es kommt alles zurück, das Gute, das Schlechte, das Pech und das Glück.“. Also kommen sie nach Deutschland und das hat zur wunderbaren Folge, dass eine Dönerbude mitten in Strenglin immer wahrscheinlicher wird.

Welch‘ köstliche Aussicht.

Und wieder ist bewiesen: Es gibt kein Übel, das nicht auch Gutes bringt!