{"id":1839,"date":"2019-01-06T20:06:32","date_gmt":"2019-01-06T18:06:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.inge-schlueter.de\/?p=1839"},"modified":"2019-03-12T11:05:34","modified_gmt":"2019-03-12T09:05:34","slug":"meine-aktuelle-kolumne-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.inge-schlueter.de\/?p=1839","title":{"rendered":"Schokoladenschmelze"},"content":{"rendered":"<p><u>Schokoladenschmelze<\/u><\/p>\n<p>Es ist Januar. \u00dcberlebt! Dieses Mal war es besonders schlimm. Ich schien die letzten Wochen keine Abwehrkr\u00e4fte zu haben. Ich meine nicht die Kr\u00e4fte, die etwaige Erk\u00e4ltungsviren abwehren. Die Rede ist von meinen nicht vorhandenen Abwehrkr\u00e4ften gegen\u00fcber alles, was Schokolade war, nach Schokolade roch oder einfach nur nach Schokolade aussah.<\/p>\n<p>Begonnen hat das Dilemma bereits Anfang Dezember. Mit einem stimmungsvollen Weihnachtskalender habe ich mich angef\u00fcttert. Jeden Tag ein kleines, zartes St\u00fcck Schokolade. Welch Genuss, wenn man mit der Zunge das wohlgeformte St\u00fcck bed\u00e4chtig in alle Ecken und Kanten der Mundh\u00f6hle einmassiert und schlussendlich nach einer kurzen weiteren Verz\u00f6gerung, weil es sich so wunderbar anf\u00fchlt, eine warme, zart-weiche Schokomasse hinunterschluckt. Ach\u2026<\/p>\n<p>Das ging einige Tage so. Bis Nikolaus. Der allj\u00e4hrlich gedachte Todestag des selbstlosen, heiligen Nikolaus erwies sich als weitere Attacke gegen meine Standhaftigkeit. Nun gab es nicht mehr nur ein St\u00fcck am Tag. Aber ich scheine ein anpassungsf\u00e4higes Weib zu sein, und so machte mir der gesteigerte Schokoladenverzehr vorerst nichts aus.<\/p>\n<p>Zugegeben, meine Bewegungsfreude lie\u00df parallel dazu etwas nach, was ich ignorierte und auf Zeitmangel zur\u00fcckf\u00fchrte, denn ich musste ja die ganze Schokolade essen, die mir geschenkt wurde! Diesbez\u00fcglich bin ich von der Kriegs- und Nachkriegsgeneration gepr\u00e4gt wurden. Das bedeutet: Nichts umkommen lassen!<\/p>\n<p>Mit Riesenschritten n\u00e4herte ich mich dem Weihnachtsfest, dem Zenit des Schokoladenkonsums. Ich sa\u00df in der Patsche, denn l\u00e4ngst hatte ich k\u00f6rperliche Warnzeichen einfach \u00fcberessen und selbst Pralinen, die ich nicht mochte, wurden mit \u201eMhmm lecker\u201c begr\u00fc\u00dft und verspeist. Meine Geschmacksnerven schienen \u00fcberlastet und willenlos.<\/p>\n<p>Ende Dezember: Kapitulation in Vollendung. Wenn ich das n\u00e4chste Jahr erleben wollte, brauchte ich eine Schokoladenschmelze, und zwar zackig! Die Schokolade, die noch verschlossen in meiner Wohnung zu finden war und auch die Schokolade, die sich bereits in umgewandelter Form an meiner Taille \u2013 beziehungsweise das, was davon \u00fcbrig war \u2013 festhielt, mussten weg.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte den schwierigen Prozess der Schokoladenschmelze hier nicht konkreter thematisieren. Als Folge dieser anstrengenden Strapaze aber kann ich dankbar verk\u00fcnden: Es ist Januar. Ich habe \u00fcberlebt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schokoladenschmelze Es ist Januar. \u00dcberlebt! Dieses Mal war es besonders schlimm. Ich schien die letzten Wochen keine Abwehrkr\u00e4fte zu haben. Ich meine nicht die Kr\u00e4fte, die etwaige Erk\u00e4ltungsviren abwehren. Die Rede ist von meinen nicht vorhandenen Abwehrkr\u00e4ften gegen\u00fcber alles, was Schokolade war, nach Schokolade roch oder einfach nur nach Schokolade aussah. 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