Joseph Pulitzer

Für unsere XXradio-Sendung am 10. April ’20 habe ich unser „Kalenderblatt“ gestaltet. Dabei habe ich mich für Joseph Pulitzer entschieden, der an einem 10. April – zwar viiiiiiiiele Jahre zuvor – geboren wurde…

Jede Krise ist auch eine Chance

…oder habe ich vielleicht nur „gut reden“, weil ich nicht zu den wirklich Betroffenen und Gebeutelten gehöre? Mag sein. Jedoch ist es auch mein Naturell, positiv in die Welt zu blicken…

Jede Krise ist auch eine Chance

Jede Krise ist auch eine Chance

Weltwirtschaftskrise, Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Ehekrise. So begann einer meiner Kolumnen, die ich vor ca. vier Jahren verfasste. Heute erweitere ich besagte Glosse um das Wort Coronakrise. Damals wie heute störe ich mich in den genannten Wortzusammensetzungen am Wort „Krise“, denn hierzulande scheint mir die Krise einseitig und zwar negativ konnotiert. Gemeinhin setzen viele Menschen die Krise gleich mit Chaos, Sackgasse, Katastrophe, Ausweglosigkeit oder Tiefpunkt.

Dabei wissen wir doch, dass Worte unsere Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen beeinflussen. Deswegen bemühe ich mich sehr, von einer Situation oder einer Gegebenheit zu sprechen anstatt von einer Krise. Weltwirtschaftssituation, Flüchtlingssituation und nun eben die Coronasituation. Merken Sie es auch? Schon verlieren die Worte an desaströser Ausweglosigkeit. Ein Dinosaurier wird zum Frosch, ein Mammutbaum zum Grashalm, ein Großbrand zum Räucherstäbchen!

Ich will damit keinesfalls die Lage schönreden oder gar verharmlosen. Mitnichten! Was das Coronavirus mit sich bringt ist überwiegend tragisch und traurig.

Aber dennoch – Sie merken, meine Beharrlichkeit kennt keinen Sicherheitsabstand – lade ich dazu ein, sich positiver oder zumindest neutraler Wortzusammensetzungen zu bedienen. Mir persönlich tut es gut, meiner Schockstarre und meiner derzeit eher monothematischen Bewegung durch den Alltag bzw durch das, was davon übrig ist, durch bewusstes Weglassen negativer Worte entgegenzuwirken.

Und wenn Sie das Wort „Krise“ auch nach mehrmaligen Händewaschen nicht von sich gelöst bekommen, dann machen Sie sich bitte folgendes bewusst: Unsere Krise hat ihren Wortursprung im griechischen „krisis“. Das wiederum steht für Entscheidung oder entscheidende Wendung. Es wird deutlich, dass es sich sprachlich um keine Sackgasse handelt, sondern um einen chancenreichen Prozess, der immer einen Wendepunkt beinhaltet.

Und auch wenn die Chinesen scheinbar die neuartige Atemwegserkrankung COVID-19 in die Welt getragen haben – das war gewiss keine Absicht von denen – so sind es auch die Chinesen, die mit einem wunderbaren zusammengesetzten Schriftzeichen das Wort Krise veranschaulichen. Sie kombinieren dafür nämlich „Gefahr“ und „Gelegenheit“. Auch sie verdeutlichen, dass eine Krise immer das Element der Wende zum Guten enthält.

Wenn wir es schaffen, die positiven, kräftigen Bestandteile einer Krise zu verinnerlichen, mache ich mir keine Sorgen, dass wir die Zeit gut überstehen.

Jede Krise ist auch eine Chance – das ist keine neue, kluge Entdeckung meinerseits. Ich nutze diesen wahren Satz nur beharrlich für meinen Willen, Viren zu inaktivieren und gleichzeitig Kraftreserven und Zuversicht zu aktivieren!

Corona und das Toilettenpapier

Corona und das Toilettenpapier

Nein, ich halte mich weder für panisch noch übernervös und ich neige auch nicht zur Hysterie. Ich lege einfach nur aus dem Grund eine Packung meines Lieblings-Toilettenpapiers in den Einkaufskorb, weil es bei mir zu Hause im Zuge der alltäglichen Verwendung aufgebraucht ist. Mehr nicht.

Die Medien aber sorgen dieser Tage dafür, dass das Kaufen von Konserven, Streichhölzern und eben Toilettenpapier kaum mehr unkommentiert vonstattengehen kann.

„Na, Angst vor dem Coronavirus?“ muss ich mir dann beim Griff zum besagten Säuberungsutensil anhören. Jemand anderes raunt seiner Begleitung zu: „Hamsterkauf!“

Nur weil ich als Alleinlebende trotzdem das Paket mit 8 Rollen nehme, hamstere ich noch lange nicht! Dafür beginne ich am Warenregal ernsthaft, mir zu überlegen, ob ich nicht auf das Toilettenpapier verzichten könnte. Nur für die nächsten Wochen bis sich wieder alles beruhigt und normalisiert hat. Ich könnte Papiertaschentücher nehmen oder die Küchenrolle? Ich hab auch noch alte Tapetenreste und Geschenkpapier liegen und ein paar Altkleider warten eh auf Entsorgung. Ob sich Backpapier eignet? Ich könnte für ein paar Wochen meine Katzen als Vorbild nehmen oder es wie Teile der indischen Bevölkerung machen: raus aufs Feld. Ach nein, das ist alles keine gute Alternative. Weder für das Abwasserleitungssystem noch für meinen Reinlichkeitsanspruch und schon gar nicht für meinen Po!

Kapitulierend greife ich dann doch zum Toilettenpapier. Fast heimlich und peinlich berührt.

Am Laufband verwickelt mich der Kassierer unaufgefordert in ein Corona-Gespräch. Rhetorisch geübt natürlich voller Verständnis für mein vorsorgliches Verhalten. Hallo? Geht’s noch? Ich kaufe einfach nur ein. Und neben dem Toilettenpapier liegen weitere Dinge auf dem Laufband, die es wert sind, geachtet zu werden! Möhren, Süßigkeiten, Joghurt oder Schafskäse. Aber all diese Dinge fristen derzeit ein kümmerliches Dasein fernab jeglicher Beachtung und Erwähnung.

Es fällt mir schwer, meinem Wunsch nach einem Löschhubschrauber, der einfach nur Beruhigungstee über den Planeten Erde versprüht, zu unterdrücken. Gleichzeitig, ich bestehe darauf, gehöre ich nicht zu der Menschengruppe, die jedwede Gefährdung kleinredet oder gar –  wie ein gewisser schlecht frisierter US Amerikaner den Klimawandel – leugnet.

Aber ein bisschen froh bin ich dann doch, als ich weitgehend unbeobachtet mein Toilettenpapier im Kofferraum des Autos verstaut habe. Ich gebe zu: Toilettenpapier verursacht derzeit bei mir mehr Kaufscham als Kondome und Inkontinenzeinlagen von Tena-Lady sie hervorrufen könnten.

Inköpen um Mitternacht – plattdeutsches Theater

Für eine plattdeutsche Redaktion des Offenen Kanal Lübeck und nicht zuletzt aus Gründen der Eigenwerbung 😉 habe ich einen Beitrag zu dem Theaterstück gebaut, bei dem ich zu Beginn des Jahres 2020 mitspielte. Leider spielten wir letztendlich nur an einem von zwei Wochenenden, weil das Coronavirus auch uns einen Strich durch die Rechnung machte…

Valentin bzw. Sabine und die Sache mit der Liebe

Valentin bzw. Sabine und die Sache mit der Liebe

Ich habe es versucht – wirklich. Ich wollte eine romantische, blumige, liebevolle Kolumne über den Valentinstag schreiben. So eine mit Schokoladengeschmack und Schmetterlingsgefühl im Bauch. Aber wie – um alles in der Welt – soll mir das gelingen, wenn draußen tagelang die stürmische Sabine alles durcheinander bringt?

Sabine verstreut, zerwühlt, vermengt und bringt aus dem Konzept!  

Für gewöhnlich hat ein Blick aus der Terrassentür, neben der mein Schreibplatz eingerichtet ist, kreative Inspiration und geistreiche Formulierungen zur Folge. Sabine aber sorgte für Lärm und hektisch vorbeifliegende Dinge, wie Blätter, Äste, Stühle und Nachbars Müll. Keine gute Voraussetzung für einen Text, in dem es um die Liebe gehen soll.

Mach dich locker, Inge. Dir fällt gleich was ein. Mach dich locker!!

Meinen inneren Zuspruch muss die stürmische Sabine gehört haben. Denn plötzlich wehte neben dem ganzen eben erwähnten Unrat auch eine wundersame Vorstellung vorbei.

Hat nicht auch das, was ein bedrohliches Unwetter mit sich bringen kann, im erweiterten Sinne mit Liebe zu tun? Wirklich!

Diese Theorie ist keine zusammenhanglose Gemengelage, das ist Philosophie!

Und machen Sie sich jetzt keinen Stress: Meinen Blick auf das Wesen der Welt versteht man entweder nach 8 Semester Philosophie-Studium oder nach einer Flasche guten Rotwein!

Ich weiß zwar nicht, was der hingerichtete Märtyrer Valentin, der Verursacher und Namensgeber des Valentinstages, dazu gesagt hätte, aber für mich ist Liebe viel präsenter, als manch einer denkt. Liebe ist nicht das übermächtige, unbegreifliche und übermenschliche Kuriosum. Liebe ist auf wunderbare Weise viel unspektakulärer; Sie ist viel öfter, viel näher und sie ist viel alltäglicher!

Wer zum Beispiel einen totgefahrenen Hasen von der Straße nimmt und ihn auf den schützenden Grünstreifen legt, damit er nicht von weiteren Fahrzeugen zur Unkenntlichkeit platt gefahren wird – der liebt!

Aufgepasst, nun spanne ich den Philosophen-Bogen zum Tief Sabine: Mancherorts löste sie persönliche Notlagen aus. Manchmal nur kurzfristig, manchmal aber auch längerfristig. Beobachten wir nicht genau in solchen Augenblicken ein großes Maß an Liebe? Notstände, Unglücke und Schlamassel – jedes Mal, wenn jemand in der Patsche sitzt, rücken die Menschen zusammen; sie helfen, sie trösten, sie unterstützen, sie geben und sie schenken. Ohne Anstrengung. Scheinbar ein menschlicher Automatismus, ein tief verwurzeltes Selbstverständnis. Sowas – davon bin ich überzeugt – geht nicht ohne Liebe.

Außerdem finde ich die Vorstellung wundervoll, dass wirkliche Liebe nicht ein spezielles I-Tüpfelchen für auserlesene Extremus ist, sondern das, was in und um jeden von uns beständig und beinahe ohne Unterlass stattfindet.

Danke, liebe Sabine, für diese – pünktlich zum Valentinstag – wohltuende Gedankenbrücke an die Liebe.

Valentin bzw. Sabine und die Sache mit der Liebe

Ein wenig hatte ich mich unter Druck gesetzt – zugegeben. Pünktlich zum Valentinstag sollte eine liiiiiiiebevolle Kolumne fertig sein. Aber „Sabine“ hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht…

Vogel des Jahres 2020 – die Turteltaube

Die Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020. Für mich Grund genug, sich dieser symbolträchtigen Taube zu widmen und gegebenenfalls hartnäckige Vorurteile aus dem Weg zu räumen…

XXradio – nächste Sendung?

XXradio macht eine kurze Sommerpause. Das heißt, dass wir im August nicht auf Sendung gehen! 

Gewohnt freundlich, ohne Stau- und Blitzermelder sind wir für unsere Hörerinnen und Hörer wieder da am 11. September 2020.

Mit welchem Thema, welchem Interview oder welchem sonstigen Beitrag ich die Sendung bereichern werde, steht noch in den Sternen. Aber ganz bald, gebe ich es hier bekannt. Bleibt neugierig!

…und das ganze im Offenen Kanal Lübeck, bei Lübeck FM – 98,8 – oder über das Internet im Live-Stream!

 

Ich gieße mir eine Insel

Bleigießen – welch wundervolles Schmelzguß-Erlebnis. Aber so einfach, wie es aussieht, ist es gar nicht! Glück dem, der eine Insel gießt…