Männer, emanzipiert euch!

Der zurückliegende, alljährliche Weltfrauentag löste auch in mir gerechtigkeitsliebende Gedanken aus. Dieses mal allerdings – zum Leidwesen aller „Kampfemanzen“ – beleuchte ich einen Bereich, in den wir Frauen ganz klar „die Nase vorn“ haben…

Meine aktuelle Kolumne

Männer, emanzipiert euch!

Der Wortherkunft nach geht es bei der Emanzipation gar nicht um Frauen, sondern um Männer. Emancipare – so lautet das lateinische Verb, welches ursprünglich bedeutet: Einen erwachsenen Sohn aus der väterlichen Gewalt in die Selbstständigkeit beziehungsweise einen Sklaven in die Freiheit entlassen.

Diese etymologische Tatsache machte es den Frauen gewiss nicht leichter, hielt sie allerdings auch nicht davon ab, sich dafür stark zu machen, dass sie rechtlich, politisch und gesellschaftlich neben anstatt hinter oder unter dem Mann angesiedelt werden. Das fand ich auch alles mehr als wichtig, überfällig und gerecht. Jedoch beschleicht mich das eine oder andere Mal das Gefühl, dass ich als Frau in manchen Bereichen eine weitreichendere Freiheit genießen darf als ein Mann. Besonders holt mich besagter Gedanke ein, wenn ich vor meinem Kleiderschrank stehe und überlege: Rock oder Latzhose?

Der Bereich der Mode scheint mir nicht emanzipiert genug. Ich meine die Mode, die Menschen, wie „Du und Ich“ tragen. Nicht die Kleidung, die völlig überkandidelt scheinbar ausschließlich für den Catwalk gefertigt wird und mir im realen Leben in Fußgängerzonen, auf Arbeit oder beim Einkaufen nie begegnet.

Ist es nicht so, dass ich als Frau ein breites Spektrum zur Verfügung habe, ohne in überholte, verstaubte Schubladen zu landen und ohne mit Verspottung oder Boshaftigkeiten rechnen zu müssen? Die Latzhose, der kurze Jeansrock, das Abendkleid, der Jogginganzug, die Bluse, der Pullover, der Hosenrock, die Lederhose, die Turnschuhe, die Pumps, die Jeans, die Wanderschuhe: Keines dieser Kleidungsstücke würde bei meinem Gegenüber für Irritation sorgen. Ich suhle mich als Frau im Privileg der Allesdürfenden!

Wie sieht es aber bei den Männern aus? Ich bin ganz ehrlich: Wenn mir ein Mann in Rock – und die Rede ist nicht von einem Schottenrock – begegnet, dann bin ich erstmal beirrt. Der Anblick stößt mich nicht ab, mitnichten, er macht eher neugierig und er konfrontiert mich mit meiner Festgefahrenheit. Mein Gemüt verrät, dass mindestens noch ein weiterer Weg der Emanzipation gegangen werden muss. Denn wäre es nicht fair und gerecht, wenn auch Männer sich mit ihrer Klamottenvorliebe frei entfalten könnten? So frei, wie wir Frauen es machen, können und dürfen? Wäre es nicht wunderbar, wenn auch ein Mann seinem Wunsch nach Röcke tragen nachgehen könnte, ohne dass seine Männlichkeit infrage gestellt wird und ohne, dass er sein „Gesicht verliert“? Hand aufs Herz: da sind wir noch lange nicht.

Wenn ich also mit meinen Emazipationsgedanken so vor meinem Kleiderschrank stehe und überlege: Rock oder Latzhose? …dann stelle ich dankbar fest: „Bist ´ne Frau! Schwein gehabt!“

Weltradiotag :-)

Für XXradio habe ich im Februar 2021 einen Beitrag zum Welttag des Radios gebaut! Ich fand es mehr als stimmig, auf diesen Tag hinzuweisen. Es ist ein sehr junger Gedenktag, denn erst seit dem Jahr 2012 erscheint er in der Liste besagter Tage!

Für den Beitrag habe ich mich auch in meiner Umgebung umgehört: Hören die Menschen eigentlich noch Radio?

Abschließend spiele ich einen Song, über den ich mich (neben vielen anderen) immer wieder freue, wenn ich ihn zufällig im Radio höre…

Lou Andreas-Salome

In der Februar-Sendung von XXradio durfte ich das „Kalenderblatt“ gestalten. Dafür habe ich mir Lou Andreas-Salome, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin, ausgesucht. Am Sendetag, einem 12. Februar, wurde sie geboren – allerdings schon im Jahre 1861.

Was sie ausmachte – was sie anmachte – hört selbst…

Vornamen des Jahres

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der alljährlich wiederkehrenden Liste der beliebtesten Vornamen. Früher war mehr Sabine und Thomas, denkt man. Tatsächlich hat sich einiges bei der Namensvergabe geändert. Darf ich mein Kind Corona nennen? Wo bekomme ich Unterstützung, wenn das Standesamt meinen Wunschnamen nicht anerkennt? Was sind aktuell die beliebtesten Vornamen hierzulande? Wer Antworten auf diese Fragen möchte, ist hier genau richtig…

Instrument des Jahres 2021 – die Orgel

Mit Begeisterung habe ich für die Januar-Sendung einen Beitrag zum Instrument des Jahres zusammengeschustert. Dazu hatte ich eine sympathische Verabredung mit Frau Havemann, der Organistin der Vicelinkirche in Pronstorf. Aber nicht nur: Ich war auch neugierig, was es mit dem „Instrument des Jahres“ auf sich hat und ich wage einen kleinen Rückblick in die Geschichte der Orgel…

Immer noch einen Vornamen wie das Rebhuhn

Vor 6 Jahren schrieb ich meine Kolumne über „Vornamen wie Rebhühner“ (Ist auch unter „Informitziges zum Lesen“ zu finden). Ich habe diese sozusagen aktualisiert, um sie zu vertonen, weil ich mich immer noch frage, wieso mein Vorname Inge es nicht in die Liste der Top-10 schafft…

Wer nicht fragt, bleibt dumm!

Mein letzter Einkauf bei Decathlon wurde der Impuls für diese Kolumne. Es ist unfassbar, wie ausgehungert ich zeitweise nach Konversation bin…nach Menschen und ihren Geschichten…nach Austausch…

Die Gesprächsinterviews mit Susann Sontag

Meinen Beitrag über die Gesprächsinterviews mit Susann Sontag sprach meine werte Kollegin Kerstin für mich ein. In der Dezember-Sendung 2020 informierten wir über das neue Podcast-Angebot von Susann Sontag: Gesprächsinterviews zu Themen wie Bestätigungen, Glaubenssätze, Selbstliebe, Veränderungen…

Es werde Licht oder die Sache mit dem Herbstblues

Es werde Licht oder die Sache mit dem Herbstblues

Es werde Licht. Dass ich diese Kolumne mit einem Zitat aus der biblischen Schöpfungsgeschichte beginne, weist in meinem Fall weder auf Bibelfestigkeit noch auf religiösen Verkündungswunsch hin. Mitnichten.

Vielmehr frage ich mich dieser Tage, ob es sich bei der besagten Schöpfungsgeschichte vielleicht doch nur um historische Fake-News handelt? Zumindest schließe ich nicht aus, dass der Ausspruch „Es werde Licht“ in Wirklichkeit auf eine vom Herbstblues geplagte Person zurückzuführen ist.

Der Gedanke tut mir gut. Er verleiht mir ein gewisses Gefühl der Zugehörigkeit. Ich fühle mich gesehen und verstanden…hier auf meinem Sofa. Ich wünsche mir auch „Es werde Licht“, welches meinen Hormonhaushalt mit Serotonin aufgepäppelt und mich bestenfalls gutgelaunt und aktiv durch den Tag bringt. Aber meine Realität sieht derzeit – zumindest phasenweise – anders aus: Meine To-Do-Liste fristet ein ziemlich unabgehaktes Dasein. Dafür scheint besagtes Sofa gleichbedeutend mit Trost und Verständnis.

Es ist nicht so, dass ich nur auf dem Sofa liege. Wenn ich mir meine To-Do-Liste durchlese, dann überlege ich, manchmal auch etwas länger und eben sehr gründlich und intensiv, mit welchem der aufgelisteten Dinge ich starte. Während ich besagte Wichtigkeit überlege, was ich zugegebenermaßen bevorzugt auf dem Sofa erledige, schaue ich manchmal Fernsehen. Ab und an trauen sich ARD, ZDF und Co Rettungspakete gegen Herbstblues zu senden. Das finde ich äußerst provokant. Dann muss ich mir allen Ernstes ansehen, dass man täglich im Tageslicht spazieren gehen soll; dass man seinen Tag strukturieren, Sport treiben, sich verabreden und lachen soll. Obendrein soll man Lebensmittel mit der Aminosäure Tryptophan zu sich nehmen.

Geht’s noch!? Schon beim Zusehen gerate ich außer Atem. Klammheimlich schaue ich auf die Verpackung meiner Schokolade, um zu erfahren, ob die mit besagter Aminosäure angereichert wurde. Natürlich nicht! Die Chips auch nicht!

Gegen Abend wende ich mich zwar ausgeruht aber irgendwie unausgeglichen nochmal meiner To-Do-Liste zu und mache die Erfahrung, dass das Nichterledigen der Dinge auch irgendwie anstrengt. Um mit einem besseren Gefühl ins Bett zu gehen, erweitere ich verstohlen die Liste: Probeliegen Stubensofa.

Hoppla- ich kann einen Haken machen. Herbstblues – du kannst mich mal. Es wurde nämlich soeben, dem Schöpfer oder wem oder was auch immer sei Dank, ein wenig Licht!