Moin Moin, hallo und guten Tag

Schön, dass du hier bist!

BRISANT & AKTUELL

Die Kampagne „130 – Auch ohne Gesetz“ steckt noch in den Kinderschuhen…aber läuft! Der Aufkleber ist in Produktion und beginnt, die Heckscheiben der deutschen Autos zu zieren.

HIER findest du Kurzinfos zur Kampagne und natürlich den Aufkleber.

HIER hörst du den Radiobeitrag aus XXradio im Februar 2020.

THEATER 🙂

Ich mache derzeit meine ersten Erfahrungen im Theaterspielen. Dieses Jahr bin ich Bestandteil der plattdeutschen Theatergruppe Rohlstorf. Im März finden unsere Aufführungen statt. Wann, wo und worum es geht, erfahrt ihr HIER… aber aufgepasst: Wer kein „Platt“ versteht, versteht wahrscheinlich auch meinen Beitrag nicht 😉

DAS ZWILLINGS-BUCH

Trotzdem hat für mich das Buchprojekt über Zwillinge (ich meine nicht das Sternzeichen!) Priorität. Das erzählende Sachbuch wird neben meinen eigenen zusätzlich mit vielen anderen Erfahrungsberichten gefüllt sein, wozu ich gerne weitere Probanden ermutigen möchte, ihre Geschichte zu erzählen:
– Wie ist es für dich, ein Zwilling zu sein?
– Was ist deine Erfahrung mit einem Zwilling als (Ehe-)Partner?
– Hast du Zwillinge als Geschwister und möchtest über deine ganz eigenen Erfahrungen berichten?

Ich freue mich, wenn es zu einem Kontakt kommt…und dann schauen wir weiter!

Hier hörst du dazu meinen Radio-Aufruf:

Manchmal ist der Gedanke an ein persönliches Gespräch für meine Probanden zu gewaltig. Für diesen Fall biete ich meinen Fragebogen für alle an, die sich mit dieser Thematik lieber allein auseinandersetzen möchten. Einfach in Ruhe ausfüllen und an mich zurücksenden. Danke für eure Unterstützung.

HIER ist der Fragebogen für einen Zwilling.

HIER ist der Fragebogen für Eltern von Zwillingen.

HIER ist der Fragebogen für Geschwister von Zwillingen.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Stöbern, beim Lesen und beim Hören.

Navi: Wohlsortiert – wie es sich für eine Jungfrau-Geborene gehört 😉 – findest du alles im Sammelsurium.

Deine Inge Schlüter

Meine aktuelle Kolumne

Valentin bzw. Sabine und die Sache mit der Liebe

Ich habe es versucht – wirklich. Ich wollte eine romantische, blumige, liebevolle Kolumne über den Valentinstag schreiben. So eine mit Schokoladengeschmack und Schmetterlingsgefühl im Bauch. Aber wie – um alles in der Welt – soll mir das gelingen, wenn draußen tagelang die stürmische Sabine alles durcheinander bringt?

Sabine verstreut, zerwühlt, vermengt und bringt aus dem Konzept!  

Für gewöhnlich hat ein Blick aus der Terrassentür, neben der mein Schreibplatz eingerichtet ist, kreative Inspiration und geistreiche Formulierungen zur Folge. Sabine aber sorgte für Lärm und hektisch vorbeifliegende Dinge, wie Blätter, Äste, Stühle und Nachbars Müll. Keine gute Voraussetzung für einen Text, in dem es um die Liebe gehen soll.

Mach dich locker, Inge. Dir fällt gleich was ein. Mach dich locker!!

Meinen inneren Zuspruch muss die stürmische Sabine gehört haben. Denn plötzlich wehte neben dem ganzen eben erwähnten Unrat auch eine wundersame Vorstellung vorbei.

Hat nicht auch das, was ein bedrohliches Unwetter mit sich bringen kann, im erweiterten Sinne mit Liebe zu tun? Wirklich!

Diese Theorie ist keine zusammenhanglose Gemengelage, das ist Philosophie!

Und machen Sie sich jetzt keinen Stress: Meinen Blick auf das Wesen der Welt versteht man entweder nach 8 Semester Philosophie-Studium oder nach einer Flasche guten Rotwein!

Ich weiß zwar nicht, was der hingerichtete Märtyrer Valentin, der Verursacher und Namensgeber des Valentinstages, dazu gesagt hätte, aber für mich ist Liebe viel präsenter, als manch einer denkt. Liebe ist nicht das übermächtige, unbegreifliche und übermenschliche Kuriosum. Liebe ist auf wunderbare Weise viel unspektakulärer; Sie ist viel öfter, viel näher und sie ist viel alltäglicher!

Wer zum Beispiel einen totgefahrenen Hasen von der Straße nimmt und ihn auf den schützenden Grünstreifen legt, damit er nicht von weiteren Fahrzeugen zur Unkenntlichkeit platt gefahren wird – der liebt!

Aufgepasst, nun spanne ich den Philosophen-Bogen zum Tief Sabine: Mancherorts löste sie persönliche Notlagen aus. Manchmal nur kurzfristig, manchmal aber auch längerfristig. Beobachten wir nicht genau in solchen Augenblicken ein großes Maß an Liebe? Notstände, Unglücke und Schlamassel – jedes Mal, wenn jemand in der Patsche sitzt, rücken die Menschen zusammen; sie helfen, sie trösten, sie unterstützen, sie geben und sie schenken. Ohne Anstrengung. Scheinbar ein menschlicher Automatismus, ein tief verwurzeltes Selbstverständnis. Sowas – davon bin ich überzeugt – geht nicht ohne Liebe.

Außerdem finde ich die Vorstellung wundervoll, dass wirkliche Liebe nicht ein spezielles I-Tüpfelchen für auserlesene Extremus ist, sondern das, was in und um jeden von uns beständig und beinahe ohne Unterlass stattfindet.

Danke, liebe Sabine, für diese – pünktlich zum Valentinstag – wohltuende Gedankenbrücke an die Liebe.

Valentin bzw. Sabine und die Sache mit der Liebe

Ein wenig hatte ich mich unter Druck gesetzt – zugegeben. Pünktlich zum Valentinstag sollte eine liiiiiiiebevolle Kolumne fertig sein. Aber „Sabine“ hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht…

XXradio – nächste Sendung?

XXradio freut sich darauf, auch im Jahr 2020 dafür zu sorgen, dass unsere Hörerinnen und Hörer viele erwähnenswerte, schöne, spannende, bizarre und herzerwärmende Dinge durch uns und unsere Livegäste zu hören bekommen!

Unsere nächste XXradio-Sendung ist am Freitag, den 13.03.2020 von 18-19 Uhr. 

…und das ganze im Offenen Kanal Lübeck – 98,8 – oder über das Internet im Live-Stream!

Ich gieße mir eine Insel

Bleigießen – welch wundervolles Schmelzguß-Erlebnis. Aber so einfach, wie es aussieht, ist es gar nicht! Glück dem, der eine Insel gießt…

Auf einer Lesung von Dunja Hayali

Ende November ’19 besuchte ich eine Lesung in der Lübecker MUK. Dunja Hayali las dort aus ihrem aktuellen Buch „Haymatland. Wie wollen wir zusammenleben?“. Wie es mir dabei erging, das fasste ich in einem Beitrag zusammen, den XXradio im Dezember 2019 sendete.

Der Fuchsbau von und mit Lena A.

In der November-Sendung 2019 von XXradio durfte ich Lena Albrecht zu ihrem Projekt, dem Fuchsbau, befragen. Wie kam es dazu? Warum und für wen gibt es den Fuchsbau? Genau das richtige Thema für eine Heimwerkerin wie mich…

Ich bin ganz bei dir

Kennen Sie auch diese irritierte Beobachtung des deutschen Sprachgebrauchs? Begrifflichkeiten oder Ausdrücke scheinen einem immerwährenden Wandel zu unterliegen. Und längst nicht mehr ist das, was gesagt wird, auch wortwörtlich gemeint…

Ich bin ganz bei dir

Ich bin ganz bei dir

Wo sind sie denn alle? Ich gehe durch meine Wohnung und bemerke, sehr zu meiner Verwunderung, dass ich allein bin. Dabei höre ich dieser Zeit so oft, dass sie „bei mir sind“. Ich müsste umgeben sein von Menschen. Dafür habe ich kein Recht mehr! Niemand hat heute mehr Recht. Sie wissen nicht wovon ich rede?

Erinnern Sie sich noch an Zeiten, in der es bei Diskussionen zwei Möglichkeiten gab: entweder man hatte Recht oder man lag mit seiner Meinung gänzlich daneben – bekam also kein recht.  

Das gibt es heute nicht mehr. Heute ist man „bei einem“- oder eben auch nicht.. „Ich bin ganz bei dir!“ heißt es dann weichgespült. „Wir sind absolut bei Ihnen!“ kommt es mir dann entgegen, und es fühlt sich an wie einmassiert.

Dabei ist es wirklich nicht nötig. Niemand muss sich das so einrichten, dass er bei Meinungsübereinstimmung bei mir ist. Ich bin gerne allein. Wirklich. Ich würde viel lieber wieder einfach nur Recht haben. „Ich bin ganz bei Ihnen“ wenn mir dieser Satz auf seiner Schleimspur entgegenkommt, dann weiche ich innerlich aus, weil mir diese ungewollte, aufgezwungene Nähe unangenehm ist. Wenn jemand meine Auffassung einer Sache teilt, dann ist das erstmal nichts, was mich irritiert. Jedoch mir deswegen gleich seine Anwesenheit ungefragt aufzuerlegen „Ich bin absolut bei dir“ halte ich für distanzlos, ja sogar übergriffig.

Kann er oder sie nicht fragen: „Wäre es für dich ok, wenn ich bei dir bin?“ Mit dieser Variante würde ich mich wohler fühlen. Aber jetzt, wo es modern zu sein scheint, dass alle immer gleich „bei mir sind“ graut es mir fast davor, mit meiner Meinung auf Zustimmung zu stoßen. Wer weiß, wie weit die linguistische Entwicklung diesbezüglich gehen mag? Bringt man in wenigen Jahren eine Bestätigung vielleicht schon wie folgt zum Ausdruck: „Ich wohne ganz bei dir zu Hause“ oder „Ich lege mich sowas von zu dir aufs Sofa!“

Das mag ich mir nicht einmal vorstellen!

Um etwaige sprachliche Auswüchse im Keim zu ersticken, bemühe ich mich, den Menschen wieder Recht zu geben, anstatt mich vom neuzeitlichen Sprachgebrauch anstecken zu lassen. Obwohl, wenn ich es recht bedenke, dann kann Recht haben oder Recht bekommen ein Gefühl von Macht und Bedeutung auslösen. Zu welchen Auswüchsen derartiges Gefühl im Stande zu sein vermag, das mag ich mir auch nicht vorstellen. Aber, das ist ein Thema für eine andere Kolumne – hab‘ ich recht oder sind Sie ganz bei mir?

Das Deadline-Monster

Das Deadline-Monster

Es hatte mich wieder eingeholt. Ein längst überwunden geglaubtes, listiges Monster hat mir abermals mein Maß an Disziplin vor Augen geführt. Eigentlich bin ich als Jungfraugeborene  ausgesprochen strukturverliebt und diszipliniert. Jedoch darauf bestehen oder davon auszugehen, dass diese horoskopische Weisheit einem unabänderlichen Bestandsschutz unterliegt, scheint blauäugig.

„Acht Wochen haben Sie Zeit!“ so vernahm ich den großzügig gesetzten Stichtag eines Auftraggebers.

Acht Wochen? dachte ich jubilierend mit entspannten Gesichtszüge. Acht Wochen- cool down – das bedeutete zwei Mal den Monatskalender umblättern, das bedeutete in meinem konkreten Fall sogar den Wechsel von der einen Jahreszeit in die andere. In solchen Augenblicken muss das Wort Ewigkeit ihren Ursprung gefunden haben.

Zugegeben, das war auch der Moment, in dem das Deadline-Monster sich regsam aus seinem Versteck hervortat. Denn ein Deadline-Monster ernährt sich – für alle, die es nicht wissen – von Wochen, Tagen oder auch Stunden, kurz: von Zeit! Am liebsten bio-vegan!

Aber was konnte einer Frau wie mir, mit Disziplin in der DNA schon passieren? Immerhin hatte ich acht Wochen Zeit. Das Deadline-Monster würde satt sein, ehe ich in Zeitnot gerate. Somit war es eine völlig logische Schlussfolgerung, dass ich vorerst die Erledigung anderer mehr oder minder lebensnotwendiger Dinge vorantrieb: Schuhe kaufen, Badezimmer frisch tapezieren und neu dekorieren, lesen, töpfern und Freunde treffen.

Nach fünf Wochen hatte ich den ursprünglich von mir anvisierten Abgabetermin bereits zweimal verschoben.

„Es reicht aus, wenn ich die Arbeit eine Woche vor dem genannten Stichtag abgebe!“ beruhigte ich mich. Nächste Woche fange ich an. Ganz bestimmt.

Eine Woche später, das Deadline-Monster inzwischen wohlgenährt, fand ich es irgendwie ausgesprochen legitim, in der letzten Woche vor Abgabe mit der Arbeit erst zu beginnen. Die Woche wird reichen. Das schaffe ich! Ich bin gut – ich bin schnell!

Zwei Tage vor der Deadline bekam ich ein flaues Gefühl in der Magengegend. Schade, dass ich noch nicht angefangen bin. Wieso kommt mir gerade jetzt in den Sinn, dass man Deadline aus dem englischen mit „Todesstreifen“ übersetzen kann? Vielleicht, weil sich die ganze Misere inzwischen für mich so anfühlte, als wandele ich auf einem solchen. (Stöhn…ausatmet)

Am letzten Tag stellte ich mir den Wecker dann ganz früh. Wenn ich um 4 Uhr morgens mit der Arbeit beginne, Duschen ausfallen lasse, mir aufputschende Getränke zur Seite stelle, etwas Obst, viel Schokolade, die Nachbarin bitte, meine Tiere zu versorgen, das Handy auf lautlos stelle, mich von der Umwelt isoliere… dann könnte es klappen.

Stunden später. Es ist 23.50 Uhr. Morgen sind acht Wochen um. Alles ist im Kasten. Das Deadline-Monster hat sich adipös in sein Versteck zurückgezogen und ich klicke geschafft aber dennoch glücklich und triumphant auf „Senden“.